| Nachricht | Ein Sternenkonzert mitten in Hamburg ... Da saß bzw. lag ich zwischen rund 250 Menschen in einem kuscheligen roten Sessel zwischen der kleinen Bühne und dem gewaltigen Projektor und richtete zunächst meine Aufmerksamkeit auf das Geschehen an den beiden Gitarren und dem Klavier. Immer mehr verführte dann das Spektakel am künstlichen Planetariums-Himmel dazu, noch tiefer in den Sessel zu sinken und in die unendliche Sternenwelt einzutauchen. Nur hin und wieder wanderte mein Blick zu den drei Musikern, um in deren leise lächelnden Gesichtern zu entdecken, dass auch sie ganz weit weg waren. Musiker und Publikum waren irgendwie entrückt, genossen den Augenblick. Selbst die Ansagen vor den einzelnen Liedern waren stiller, nachdenklicher, sanfter als sonst. Es war, als hätte die Kuppel, die ihren Job als künstlicher Himmel sehr gut machte, einen Schleier über uns alle gelegt, unter dem wir nur noch in Zeitlupe denken und handeln konnten. Nicht einmal die Hände wollten so recht zueinander finden, jede Bewegung war überflüssig. So fiel selbst der Applaus sehr leise und andächtig aus, war aber mehr als herzlich gemeint. Abende wie diese müsste man in Watte packen und in einer Schatztruhe aufheben, um sie dann bei Bedarf immer wieder hervorzuholen und sie noch einmal in Gedanken zu erleben. „Unerreichbar nah“ – dieser wundervolle Titel, der noch immer in meinen Ohren nachhallt, beschreibt die magischen Momente des gestrigen Abends wohl am treffendsten. |